Thomas ist ständig bei Tinder unterwegs und hat wirklich viel Erfolg bei den Frauen. Er trifft sich mehrmals pro Woche mit hübschen Frauen und bekommt auch während unserer Flirtcoach-Sessions ständig neue Nachrichten. Seit einiger Zeit aber zieht er keine Erfüllung mehr aus seinen Dates. Wir überlegen, wie er aus dem sogenannten Pick-up-Modus wieder in den langsamen Kennenlern-Modus gelangen kann. Es fällt Thomas anfangs gar nicht so leicht, der Verführung zu widerstehen …

Oskar würde liebend gerne mit Thomas tauschen, er ist aber zu schüchtern und zu wenig wortgewandt, um Frauen zu erobern. Er traut sich nicht, Frauen anzuschauen, geschweige denn, sie anzusprechen. Textsicher ist er auch nicht gerade und deswegen kommt nur selten ein Treffen zustande. Seine letzte Beziehung ist schon einige Jahren her. Er war seiner Freundin stets treu und flirtete nie fremd. Seine Freundin tat dies allerdings schon und fand so ihren neuen Freund …

Warum haben manche Menschen eine stabile Beziehung, während andere immer wieder neue Liebschaften haben, sich aber nicht wirklich binden können?

Wie bleibt man treu?

Dr. Tila Pronk, eine niederländische Psychologin und Liebesexpertin, meint, dass der Schlüssel zum Treusein die Impulskontrolle ist. Wer sich beherrschen kann, wird sich höchstens auf ein kurzes Kopfkino einlassen, sonst jedoch nichts unternehmen.

Wer in einer Partnerschaft ist und sich auf diese Kunst versteht, kann  das Gefühl der Anziehungskraft regulieren und in dem magischen Moment an den eigenen Partner denken. Wer scheitert und kurze Zeit später seine Ex zurück haben möchte, kann sein Glück noch hier probieren.

Impulskontrolle hat nicht per se etwas mit Intelligenz zu tun, das beweist schon das Beziehungsverhalten von Albert Einstein. Er gab ehrlich zu, ein unfähiger Ehepartner zu sein, und war stattdessen ganz vielen Frauen treu.

Finde heraus, wie man sich beherrschen kann

Mit folgendem Schnelltest, entwickelt von Tila Pronk:

Bejahe oder verneine folgende Aussagen:

1) Vergnügen und Spaß sind oft ein Grund, weshalb ich meine Arbeit nicht erledige.

2) Ich wünschte, ich hätte mehr Selbstdisziplin.

3) Ich bin faul.

4) öfters sage ich Dinge, die unangebracht sind.

Wer hier drei bis vier Mal ‚ja‘ sagen muss, verfügt vermutlich über eine eher gering ausgeprägte Selbstkontrolle.

Hoffnungsschimmer

Es besteht allerdings Hoffnung, denn nicht jeder, der sich als faul einschätzt, ist es auch tatsächlich. Ein Perfektionist beurteilt die eigene Faulheit womöglich anders als ein Laissez-Faire-Typ. Wenn dann aber alles zu spät ist, weil du fremdgegangen bist und möglicherweise eine Trennung bevorsteht, findest du hier noch die notwendige Hilfe.

Warum das Belohnungszentrum gebremst wird

Wenn man einen attraktiven Menschen betrachtet, wird automatisch das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert. Befindet man sich gleichzeitig in einer Beziehung, wird auch das Kontrollzentrum aktiv. So wird das Belohnungszentrum ausgebremst und man ist weniger geneigt, fremdzugehen oder der Verführung nachzugeben.

Warum die Verführung manchmal stärker ist

Wenn man mit seinem Partner glücklich ist, wird dieser bremsender Effekt verstärkt. Sobald jedoch die Kommunikation innerhalb der Beziehung über längere Zeit hinweg gestört ist, bleibt dieser Effekt aus.

Kann man Impulskontrolle lernen?

Wer bei dem Test schlecht abgeschnitten hat, ist in Sachen Treue allerdings nicht ganz verloren. Die gute Nachricht ist nämlich, dass man Impulskontrolle lernen kann, indem man z.B. seine kognitiven Fähigkeiten trainiert.

Im sogenanten Pick-up-Flirt-Bereich (die Kunst, zu verführen) wird eine schwache Impulskontrolle allerdings als Stärke wahrgenommen (Mut beim Flirten).

Kann man der Verführung widerstehen?

Man kann sich entscheiden, mit Verführungen bewusst umzugehen. Das funktioniert, indem man einsieht, dass eine Verführung eine zeitliche Dimension hat. Die Verführung kann sich auf eine Person beziehen (wie bei Thomas), es kann aber auch um ein unwiderstehliches Stück Schokolade handeln.

Es gilt also einzusehen, dass Verführungen generell nur kurzfristig Glück bringen.

Wir können uns die Folgen des Genusses also bewusst machen. Visualisierung mittels Life Coaching oder Selbsthypnose sind hierbei eine Lösung. Zugegeben, ohne professionelle Hilfe kann das Ganze sich auch verschlimmern!

Klassisches Beispiel:Marschmellow-Test

Mit dem Marshmallow-Test hat Walter Mischel gemessen, ob und wie lange Kinder einer Belohnung (z.B. einem Marshmallow) widerstehen können. Beim Erreichen des Ziels (der Versuchung eine kurze Zeit zu widerstehen) bekamen die Kinder die doppelte Menge. So sollte festgestellt werden, wie gut die Kinder in der Lage sind, ihre Impulse im Griff zu haben und Belohnungen aufzuschieben.

Mithilfe des Marshmallow-Tests zeigte der Persönlichkeitspsychologe die Bedeutung des Belohnungsaufschubs für den akademischen, emotionalen und sozialen Erfolg auf. Denn im späteren Leben waren ‚versuchungsresistente‘ Kinder erfolgreicher, konnten besser mit Frustration und Stress umgehen, hatten ein geringeres Bedürfnis nach Anerkennung und hatten vor allem auch stabilere Beziehungen.

Beim Lifecoaching

stehen Aspekte wie Motivation, die Balance von Werten und Zielen und die Stärken-/Schwächen-Analysen im Zentrum. Dabei ist das Erlernen von neuen Gewohnheiten wichtig und Voraussetzung für Veränderung und Erfolg beim Lifecoaching

Nach Walter Mischel liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, seine Bedürfnisse zu kontrollieren. Das ist sehr sinnvoll, wenn man dabei die Bedürfnisse nicht völlig aus den Augen verliert.

Selbstbeherrschung ist gut, aber sie soll nicht zum Selbstzweck werden, weil man sonst sein Leben nicht mehr richtig lebt.

Im Flirtcoaching

steht die Verführung im Mittelpunkt. Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse, was Flirten und Verführung angeht.

Es gibt viele Strategien, um das Flirten zu erlernen, genauso wie die Fähigkeit zur Impulskontrolle.