Als Philipp zu mir kommt, hat er schon einige Monate versucht, sich aus der Friendzone zu befreien. Die Sache hatte als Jugendliebe angefangen, aber davon ist nach etwas mehr als einem Jahr nicht mehr viel übrig .

Von Anfang an hatte es sich um eine eher romantische Beziehung gehandelt, bei der viele Gemeinsamkeiten ausgetauscht, aber die Gefühle für den anderen nie konkret ausgesprochen wurden. Philips und sie trafen sich ab und zu, mal mit, mal ohne Freunde und hatten viel Spaß. Als Philipp nach mehr als einem Jahr allen Mut zusammennahm, um sein mehr als nur freundschaftliches Interesse zu zeigen, herrschte auf der anderen Seite erst einmal Funkstille.

Seltsam, dachte er, wir haben uns so gut verstanden und in letzter Zeit hat sie beim Schreiben von Nachrichten so viele Emoticons verwendet. War da doch noch Hoffnung? Sie hatte ihm ja keinen Korb gegeben, dachte er, und schrieb fleißig weiter. Bis dann irgendwann das gefürchtete Wort kam: Hör mal Philipp, ich finde dich ganz NETT, aber …

Was ist die Friendzone?

In einer Friendzone befindet sich jemand, der sich eigentlich mehr wünscht als nur eine freundschaftliche Beziehung. So kann großer Leidensdruck entstehen. Für die begehrte Person, meistens eine Frau, ist die Situation völlig okay. Sie hat einen männlichen Freund, mit dem sie ihre Gedanken und Gefühle teillen kann.

Analyse durch den Flirt Coach

Für den Flirt Coach ist es wichtig, nicht nur die üblichen Fehler beim Flirten zu entdecken. Entscheidend für das Flirten ist es ,dass man sein Leben mehr oder weniger im Griff hat, sonst wirken auch die beste Flirt-Techniken nicht. Es ist wichtig, private und berufliche Ziele im Blick zu haben, dabei handelt es sich um typische Life-Coaching-Themen.

Philipp hat einen niedrigen Selbstwert, er hat seine Ziele im Leben noch nicht entwickelt. Frauen gegenüber aber sollte man zeigen, dass man mitten im Leben steht, eine gewisse Coolness und Souveränität ausstrahlt. An diesem Punkt muss der Coach ansetzen. Zuerst muss Philipp sein Leben in den Griff bekommen.

Wie ist er in die Friendzone reingerutscht?

Sechs Gründe

1. „Mister Nice Guy“ sein

Was Philipp nicht bedacht hat, ist, dass es nicht reicht, lieb und nett zu sein. Er hat viel zu lange gewartet, bis er mit der Frau, die ihm gefallen hat, geflirtet hat. Als er dann zaghafte Flirtversuche unternommen hat, indem er ihr vorsichtig Komplimente machte, fand sie das eher verstörend. “Das ist doch nicht der nette Philipp, den ich kenne?“

2. Hinterher laufen

In Philipps Fall hat seine Jugendfreundin irgendwann beschlossen, dass eine Beziehung oder eine Affäre keine Optionen (mehr) sind. Was dann übrig blieb, war eine freundschaftliche Beziehung. Anfangs trafen sich die beiden noch gelegentlich, nach und nach kommunizierten sie hauptsächlich online.

3. Keine Nähe suchen

In der  ganzen Zeit, die Philipp mit seiner Jugendfreundin verbrachte, hat er nicht mit ihr geflirtet, sich ihr nicht einmal körperlich genähert. Der Kern des Flirtens ist jedoch das Spielen mit Nähe und Distanz. Das Einzige, was er erreichte, war emotionale Nähe. Das war zwar im Sinne seiner Jugendfreundin, aber nicht in seinem eigenen.

4. Unbedeutende Gespräche führen

Die gemeinsamen Gespräche empfand Philipp als schön, aber sie beschränkten sich auf gegenseitige Interessen. Das ist am Anfang prima, aber auf Dauer zu wenig. Es gab kein einziges Gespräch zum Thema Erotik oder Sex. Wie hätte seine Freundin also wissen sollen, dass er sie mehr als nur sympathisch fand?

5. „Needy“ sein (Bedürftig sein)

Ein zusätzliches Problem lag in Philipps Angst, sie als Freundin zu verlieren, oder mehr noch, sie ganz zu verlieren. Daher ging er nie irgendein Risiko ein.  Flirten bedeutet allerdings immer auch, ein gewisses Risiko einzugehen, also mutig zu sein, denn sonst passiert nichts. Die Befürchtung, dass die (freundschaftliche) Beziehung endet, wird am Ende wahr, wenn nichts unternommen wird. Frauen spüren so was und was dann am Ende bleibt ist eine einzige Emotion: Mitleid.

6. Romantische Liebe leben

Philipp hatte sich mit Haut und Haar dieser einen Frau verschrieben. Damit erzeugte er Druck, zeigte, dass er ohne sie nicht glücklich sein konnte. Es entstand eine Abhängigkeit, die am Anfang vielleicht noch romantisch schien, auf Dauer aber, bedürftig wirkte, was nicht sehr attraktiv ist, sondern eher abschreckend wirkt. Eine romantische Liebe macht sich in Filmen und Büchern gut, in der Realität aber gibt es sie nicht, jedenfalls nicht so, wie Philipp sie sich vorgestellt hatte.

Wie umgeht man die Friendzone?

Eigentlich ist es nicht so schwierig, die fatale Friendzone zu umgehen. Man muss nur alles, was Philipp falsch gemacht hat, vermeiden oder anders machen!

 

Sechs Tipps

1. Flirten!

Es geht nicht darum, nett und lieb zu sein. Wenn man eine Frau von Anfang an mehr als nur sympathisch findet, muss man das auch zeigen. Das funktioniert durch positive Emotionen und das Aufbauen von (sexueller) Spannung.

2. Das richtige Timing

Timing ist beim Flirten sehr wichtig. Beim Flirten geht es darum, von Anfang an zu zeigen, dass man die Frau sexy findet. Am besten auf eine subtile Art und Weise, mit der richtigen (Körper-)Sprache und mit viel Mut. Übungen zur richtigen Körpersprache gibt es in Einzel- und Gruppen-Sessions.

3. Nähe suchen

Entscheidend im Flirtgespräch ist, immer wieder die Nähe der Frau zu suchen, sonst ist sie, im besten Fall, verwirrt über die Intention des Mannes. Ohne Körperlichkeit geht das nicht. Wie man dabei am besten vorgeht, kann man zum Beispiel in einem Gruppenkurs lernen.

4. Spannende Gespräche führen

Es gibt kaum etwas, das man schneller lernen kann, als das Aufbauen von Gesprächen. Dabei ist es wichtig, 08/15-Fragen wie „Was machst du so?” zu vermeiden, weil man damit nur langweilt. Stattdessen sollte man positive Emotionen wecken und herausfinden, was die Frau interessiert und begeistert. Erst dann gewinnt man ihre Aufmerksamkeit. Die Kunst, Gespräche aufzubauen, lernt man am besten in Einzel-Sessions.

5. Den Überfluss-Gedanken leben

Man sollte der Frau einerseits durchaus deutlich zeigen, dass man sie attraktiv findet, andererseits muss man ihr nicht unbedingt zu verstehen geben, dass sie die Einzige ist (ein romantischer Gedanke). Sie darf ruhig spüren, dass für den Mann nicht die Welt untergeht, wenn aus der Sache nichts wird. Es gibt genug andere interessante Frauen, und das darf sie auch wissen. Auch hier sollte man die Botschaft allerdings subtil übermitteln. Die Frau darf ruhig über Instagram oder DatingApps Fotos entdecken, auf denen ihr Gegenüber auch mal in Begleitung anderer Frauen zu sehen ist.

6. Pro-aktiv sein

Statt passiv zu bleiben und sich zu bemitleiden, ist es wichtig, dass man sein Leben selbst bestimmt. Wie das genau geht, kann man hier erfahren: → Life Coach.

 

Fazit

Es ist möglich, aus der Friendzone rauszukommen. Dabei sollte man zuerst sein Leben in den Griff bekommen und oben stehende Punkte umsetzten.

Philipp hat es geschafft, indem er sich Ziele gesetzt, an seinen Stärken gearbeitet und gelernt hat, Smalltalk zu führen und in Gesprächen Spannung zu erzeugen. Besser noch, als sich mühsam aus einer Friendzone herauszumanövrieren, wäre es jedoch, sich nie in eine hineinzubegeben 😉

 

© Timo ten Barge [22.09.2018]