COOLNESS beim Flirten…
 
Martin kam zu mir und wollte wissen, wie man es schafft, auf Frauen cool zu wirken. Er sagte, dass er gerne Frauen kennen lernen und dabei selbstsicher und überzeugend wirken würde. Auch nannte er namhafte Filme wie „Goodfellas” oder „Der Pate“, die er in Verbindung mit Coolness brachte. Er war der Meinung, dass Frauen auf cooles Auftreten stehen.

Coolness – Ansprechen von Frauen

Die Art von Coolness, an die Martin denkt, ist eher einschüchternd. Beim Anschauen von Mafia-Filmen spürt man vielleicht eine gewisse Coolness, aber die bezieht sich eher auf die schauspielerische Leistung. Von Coolness kann hier eigentlich keine Rede sein. Das Verbreiten von Angst und Terror gehört nicht zum Wesen von Coolness. Was aber der coole Flirter und der Schauspieler gemeinsam haben, ist, dass sie ihre Rolle perfektioniert haben.
Mit der Art von Coolness, von der manche Kultfilme leben, kann man bestimmt einige Frauen beeindrucken. Aber das war es nicht, was Martin wollte. Er wollte eigentlich entspannt rüberkommen und etwas erfahren über die Frauen, die er kennen lernte. Er hoffte heimlich, dass durch ein cooles Auftreten Frauen seiner Verführung nicht würden können – wenn er also nur das Geheimrezept für Coolness kennen würde!

Wann überzeugt Coolness?

Coolness wirkt vor allem in den ersten Phasen des Flirtens, wenn es darum geht, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und in der Kommunikation die richtigen Signale zu senden. Für ein cooles Ansprechen ohne vorgefertigte Sprüche reicht dann schon ein „Hi, ich bin…“.  Angeber versuchen eher zu beeindrucken. Das ist nicht zielführend ist, weil sie ihre Emotionen kaum unter Kontrolle haben. Von außen wirken sie vielleicht cool, von innen sieht es anders aus.

Ein selbstsicheres Auftreten ist typisch für Coolness. Dabei ist allerdings wichtig, dass Auftreten und Sprache nicht überspitzt und selbstgefällig wirken. Außerdem darf echte Coolness nicht nur äußerlicher Schein sein. Im Gegenteil: Narzissten und Egoisten sind uncool!

Wann sind Flirtversuche erfolgreich?

Was ist zu berücksichtigen, damit Flirtversuche nicht scheitern? In der ersten Phasen des Flirts ist es wichtig, locker rüber zukommen. Das können nur Männer, die gelernt haben selbstbewusst, selbstbestimmt und souverän zu sein. Anders gesagt, diese Männer haben ein hohes Selbstwertgefühl und strahlen das auch aus. Sie haben ihr Leben im Griff und verfolgen im Idealfall erfolgreich bestimmte Lebensziele. Das sind typische Stärken, die man sich mit Hilfe eines Life Coachings aneignen kann.

Wann überzeugt Coolness nicht?

Das Wort „cool“ sagt eigentlich schon, dass Emotionen kalt gestellt werden – dass also keine Ängste oder Sorgen erkennbar sind. Warme Emotionen, die sich in Empathie, Einfühlungsvermögen etc. zeigen, sind bei einem „coolen” Auftreten kaum vorhanden. Falls es sie gibt, dann werden sie kontrolliert und sind nicht sichtbar.

Der Coole hat also seine Emotionen im Griff. Etwas über andere Frauen zu erfahren, setzt allerdings die Bereitschaft voraus zuzuhören. Zuhören ist jedoch kein Baustein von Coolness, denn der Coole ist eher der Sender und wird um seine Coolness beneidet.

Coolness ermöglicht also nur selten eine Vertiefung von Gesprächen. Somit enthält Coolness nicht nur Stärken. Frauen mögen Männer, die gestehen, dass sie auch Schwächen haben, dass sie verletzlich sind, d.h. dass sie Gefühle haben. So etwas darf ruhig während des Gesprächs durchschimmern, sollte aber nicht an einer unsicheren Körpersprache sichtbar werden. Das wäre uncool! Generell wäre es sinnvoll zu schauen, welche Verhaltensweisen sich vorteilhaft auf eine gewisse Coolness auswirken.

Welches Verhalten bedingt Coolness im Dating?

Im Big 5-Schema der Persönlichkeiten gibt es fünf Verhaltensweisen, die sich positiv oder negativ auf ein cooles Auftreten auswirken. Es geht dabei, so der Psychologe Lars Lorber, um Kontaktfreudigkeit, Offenheit für neue Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und schließlich um den Umgang mit Gefühlen.

  1. Eine gewisse Kontaktfreudigkeit und Geselligkeit sind wichtig, um cool zu wirken und beim Dating zu überzeugen. Dabei ist es nicht mal so wichtig, viel zu reden – in dieser Hinsicht ist weniger oft mehr. Wer viel redet, wirkt eher uninteressiert, weil er sich selbst zu wichtig nimmt. Auch kann viel Reden ein Indiz für Unsicherheit oder Angst sein, wenn damit die Unsicherheit kaschiert werden soll.
  2. Offenheit für neue Erfahrungen wirkt sich positiv auf einen coolen Auftritt aus, eine konservativere Weltsicht dagegen wirkt weniger cool. Je vielseitiger jemand ist, je mehr Interessen er hat, desto größer ist die Chance, dass es im Gespräch zu Schnittmengen kommt – dass sich also Interessensgebiete überschneiden. Ein begrenztes Interessensgebiet wirkt dagegen eher uncool.
  3. Die Frage, wie rücksichtsvoll ich mit anderen umgehe, also ob ich ein harmoniebedürftiger Mensch bin oder auch mal Konflikte angehe, ist weniger eindeutig in Bezug auf Coolness. Jemand, der Konflikten nicht aus dem Weg geht, ist cool. Ein Mensch, der Rücksichtnahme als Wert wichtig findet, kann aber genauso als cool empfunden werden. (In Mafia-Filmen ist ein hartes Vorgehen allerdings absolute Bedingung für Coolness.)
  4. Genauso wenig ausschlaggebend für die Coolness-Bestimmung ist die Frage, ob jemand ein spontaner oder planvoller Mensch ist. Wer spontan lebt, ist auf den ersten Blick cool. Wer sich aber überhaupt keine Ziele setzt – außer sich auf das Cool-Sein zu fokussieren – wirkt ziemlich verloren. Wer über einen gewissen Grad an Spontaneität und gleichzeitig über eine minimale Zielsetzung verfügt, kann damit sehr lässig wirken. Ein völlig durchgeplantes Leben, bei dem allein die Arbeit im Mittelpunkt steht, hat keinen Coolness-Faktor. Jemand, der alles ganz genau nach Plan macht, hat perfektionistische Ansprüche. Das ist beim Dating nicht von Vorteil und deswegen uncool.
  5. Zu guter Letzt ist der richtige Umgang mit Gefühlen eindeutig ein Gradmesser für Coolness. Jemand, der negativen Gefühle trotzen kann und weitgehend angstfrei lebt, hat sein Leben unter Kontrolle. Das unterstreicht seines Coolness . (Nur in Mafia-Filmen zeugen Gefühle wie Wut und Rache von Coolness – im wirklichen Leben nicht.) Gefühle wie Unsicherheit, Gereiztheit oder Nervosität dagegen sind uncool. Jemand der im Dating-Gespräch durchschimmern lässt, dass er Probleme hat, und viele negative Emotionen äußert, ist kein angenehmer Gesprächspartner. Vor allem für ein erstes Treffen ist das ein absolutes No-Go! Ausgeglichenheit ist eine absolute Bedingung für Coolness.

Coolness im Film – Ryan Gossling

Es ist wichtig, souverän zu wirken, sich selbst im Griff zu haben und sich nicht schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Unterstreichen kann die eigene Coolness sicher noch durch eine bestimmte Art, sich zu kleiden. Das macht Ryan Gossling in dem Film “Crazy, Stupid, Love“ in der folgenden Szene deutlich: Jacob (= Ryan Gossling): “Are you the billionaire owner of Apple Computers?” Cal: „No.” Jacob: “Oh, okay. In that case, you’ve got no right to wear New Balance sneakers, ever.”
Schlussendlich ist aber noch nicht geklärt, was das Wesen von Coolness ist.

Was ist Coolness philosophisch gesehen?

Bisher haben wir der Coolness viele Gesichter zugeschrieben: selbstsicher, überzeugend, locker, selbstbestimmt, souverän. Die Ausgangsfrage sollte allerdings sein, ob Coolness ein Persönlichkeitsmerkmal ist oder eine Art (souveränes) Handeln, das durch ein bestimmtes Verhalten bedingt wird. Vielleicht aber versteckt sich hinter dem Begriff auch etwas ganz anderes …
Es gibt nur einen einzigen Philosophen, der als cool in die Geschichte der Philosophie eingegangen ist. Das war Diogenes. Er führte ein autarkes Leben, ohne sich um gesellschaftliche Normen zu scheren. Er war authentisch und humorvoll. Als Alexander der Große ihn einmal fragte, was er sich wünschte, antwortete Diogenes schlagfertig: „Geh aus meine Sonne!“ Alexanders Antwort darauf: „Wäre ich nicht Alexander, so wäre ich Diogenes.”
Wenn daher das Leben des Diogenes oder zumindest doch die Legenden über ihn als Beispiel für Coolness herhalten dürfen, so könnte man es weniger als Theorie und mehr als Praxis definieren. Cool ist es, ein Lebenskünstler zu sein und wie in solcher zu sprechen und zu handeln.

Coolness umsetzen mit dem Flirt Coach

Cool zu sein nach dem Lebenskünstler-Prinzip ist scheinbar einfach. Es geht darum, den Mut zu haben, sich nicht darum kümmern, was andere sagen oder denken. Cool ist es, seine eigenen Ziele zu verfolgen und die Regie über das eigene Leben zu haben. Genauso ist beim Flirten in erster Linie Mut gefordert, vor allem beim Ansprechen. Sprüche sind da kontraproduktiv. Cool und authentisch sein, Vertrauen wecken und humorvoll rüberkommen – das sind die entscheidenden Faktoren. Die Aspekte von Coolness sind zum Glück erlernbar – auch für Menschen, die sich noch nicht als Lebenskünstler betrachtet haben.

Cool sein – praktische Tipps

  • Sprache und Körpersprache in Einklang bringen
  • Nicht beeindrucken wollen
  • Sich individuell kleiden
  • Eine eigene Meinung vertreten
  • Unabhängig sein
  • Selbstbestimmt sein
  • Selbstbewusst sein
  • Emotionen kontrollieren können
  • Sich trauen, Schwächen zu zeigen

© Timo ten Barge [23.11.2017]