Viele Männer haben Probleme mit dem richtigen Profilbild für Dating-Apps oder Partnerbörsen.

So ging es auch Paul, der zu mir kam, weil er zu wenig Anfragen von Frauen erhielt. Um spontan und sympathisch zu wirken hatte er sein Glück mit einem Selfie versucht. Keine gute Idee – wie neuere Forschungsergebnisse belegen. Denn wenn es um die eigene Attraktivität geht, liegen Selbst- und Fremdwahrnehmung oft meilenweit auseinander! (Dazu unten mehr)

Pauls (einziges) Bild zeigte ihn lässig und mit Hut. Cool halt, wie er selbst glaubte. Fehlanzeige! Jetzt verstand Paul, warum er so wenig Rückmeldungen bekam. Wenn es nämlich nur ein einziges Bild gibt und der Mann darauf noch nicht einmal lächelt, kann er kaum erwarten, dass er mit seinem Foto bei Frauen positive Gefühle auslöst. Oft empfinden gerade Frauen „coole“ Selfies als überheblich oder sogar selbstverliebt!

[Name und Geschichte sind so weit geändert, dass die Anonymität gewährleistet ist.]

So ergeben sich wichtige Fragen:

Wie sollte ein gutes Profilbild aussehen?

Ein gutes Profilbild ist ein Foto, das dich mit einem Lächeln zeigt. Und zwar so – Achtung! -, dass deine Augen mitlächeln.

Direkt in die Kamera zu schauen ist in Ordnung, aber kein Muss. Es genügt meist, wenn du als Mann freundlich und natürlich schaust – gern ein wenig unergründlich. (Frauen hingegen sollten auf Fotos direkt in die Kamera blicken – und dabei auf jeden Fall lächeln! Sonst finden wir Männer sie weniger attraktiv.)

Die idealen Profilbilder fürs Flirten sind also bei Männern und Frauen unterschiedlich.Das geht aus dieser Studie hervor.

Welche Kamera brauche ich dazu?

Eine Spiegelreflexkamera verschafft dem Profilbild die richtige Tiefenschärfe (mit niedriger Blende). So ist dein Gesicht scharf zu erkennen, der Hintergrund verschwommen. Das Bild sollte am besten in der sogenannten „Golden Hour“ aufgenommen werden. Das schmeichelt den Gesichtszügen und du wirkst nicht gekünstelt.

Selfie oder lieber nicht?

Bei einem einzigen Profilbild ist von einem Selfie abzuraten. Wer sich generell gut mit Fotografieren auskennt, kann es versuchen. Dann am besten schräg von oben, nah an einer (natürlichen) Lichtquelle, mit ruhigem Hintergrund. Kleinigkeiten mit einer App nachzubessern, ist okay, aber bitte sparsam!

Kann ich mich alleine fotografieren?

Auf jeden Fall sollte jemand, den du kennst, wirklich Ahnung vom Fotografieren haben. Ansonsten lohnt sich der Weg zum Profi. Wichtig dabei ist, dass die Chemie zwischen dir und dem anderen stimmt. Ein guter Fotograf oder auch Coach sorgt für eine lockere Atmosphäre. Das spiegelt sich gerade bei Fotos im Ergebnis wider: Eine entspannte Haltung und entspannte Gesichtszüge wirken sympathisch, souverän und authentisch – also buchstäblich anziehend auf den Betrachter bzw. die Betrachterin! Außerdem hast du beim Fotografen Zeit, dich auf deine eigenen Stärken zu konzentrieren.

Wie viele Bilder brauche ich?

In der Regel zwei bis sechs. Ein einziges Bild, im schlechtesten Fall auch noch ein Selfie, könnte für „sie“ ein Hinweis darauf sein, dass du ein Einzelgänger bist. Das erste Bild (Hauptbild) zeigt dich: am besten alleine, in selbstsicherer, aber nicht überheblicher Pose. Die anderen Bilder zeigen dich auf Reisen (weil du weltoffen bist), mit Freunden (weil du sozial vernetzt bist), mit einem Tier (weil du mehr als nur Selbstliebe hast), mit deiner Leidenschaft/deinem Hobby (weil du dich für etwas begeistern kannst – vielleicht auch für „sie“?) und last but not least: Ein Ganzkörperbild.

Welche No-Gos muss ich beachten?

Posen mit Zigaretten oder Alkohol, Bilder mit viel nackter Haut oder Bilder, die dich bei unterschiedlichsten sportlichen Tätigkeiten zeigen. Letzteres wirkt schnell gewollt lässig oder sogar narzisstisch. Einem Mann, der es nötig hat, sich so zu zeigen, könnte es an Anerkennung fehlen. Hofft er etwa, sie auf diese plumpe Art rumzukriegen?!

Außerdem sind Frauen durchaus selbst in der Lage, anhand eines ganz normalen Ganzkörperbilds zu entscheiden, ob du sportlich bist oder nicht. Das Beste ist, du fragst dich einfach selbst: „Welche Seite von mir möchte ich zeigen und wie möchte ich mich zeigen, um gut anzukommen?“

Woher weiß ich, ob ich auf dem Bild attraktiv aussehe?

Das weißt du nicht! Diese ziemlich überraschende Erkenntnis geht aus einer Studie hervor.

Gibt es das perfekte Profilbild?

Wahrscheinlich nicht. Aber was könnte mehr Spaß machen, als es selbst zu testen bei photofeeler? Am Anfang kostest es sicherlich viel Überwindung, sich von Fremden beurteilen zu lassen. Aber wenn die Bilder gut getroffen sind, bekommst du positives Feedback! Eine Blogseite in photofeeler erklärt fast perfektionistisch, worauf es bei einem idealen Profilbild ankommt.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus photofeeler:

Männer und Frauen sollten folgendes beachten:

Augen: Der direkte Augenkontakt verschafft leichte Vorteile, eine Sonnenbrille bringt nur Nachteile.

Gesicht: Ein fehlendes Lächeln wirkt sich negativ aus, Lächeln wirkt positiv, Lachen sogar noch mehr. Bei Übertreibung kann es allerdings auch ins Gegenteil umschlagen.

Körper: Eleganz (Tragen eines Anzugs) wirkt sich positiv aus – was wenig überraschend ist. Er vermittelt Kompetenz und Einfluss, hat aber keine Auswirkung auf die entgegengebrachte Sympathie.

Bildbearbeitung: Eher moderat, lautet hier die Empfehlung. Schwarz-weiß-Bilder haben weder deutlich positive noch negative Auswirkungen. Auf einen zu starken Zoom sollte man verzichten.

Was kann ein Flirtcoach für mich tun?

Eine ganze Menge. Wie immer kommt es auf die Gesamterscheinung an. Das Profilbild ist nur eine einzelne wichtige von vielen Komponenten. Um Frauen zu verführen, brauchst du ein komplettes Datingprofil, einen geeigneten Gesprächseinstieg und Tipps für einen erfolgreichen Chatverlauf.

Im realen Dating kommen noch die Anwendung und das Entschlüsseln von Körpersprache hinzu. Gemeinsam können wir herausfinden, was du tun musst, um Frauen, die zu dir passen, für dich zu interessieren. Dann klappt es auch mit dem ersten echten Date!

© Timo ten Barge [22.06.2017]